Mittwoch, 8. Februar 2017

#12 Martin Ney - Der schwarze Mann

Nachts schleicht sich ein schwarz gekleideter und maskierter Mann in Schullandheime, Zeltlager oder Internate um sich an kleinen Kindern zu vergehen oder sie gar kaltblütig zu ermorden.

Über zwei Jahrzehnte sorgte Martin Ney für Angst und Schrecken in Norddeutschland und bis heute, so wird vermutet, ist das ganze Ausmaß der Taten Neys nicht ganz aufgedeckt. Schuld daran sind auch fahrlässig handelnde Behörden. Hört mehr über diesen Fall in Episode 12 von True Crime Germany.

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Kommentare:

  1. Teil 1: Liebes True-Crime-Team,

    eins vorab: Vielen Dank für euren Podcast, den ich regelmäßig höre und auch als sehr gelungen und spannend empfinde. Leider muss ich sagen, dass ich die aktuelle Folge als recht schwach bewerten muss. Ähnlich wie bei eurer Auseinandersetzung mit dem Fall Peter Kürten habt ihr an bestimmten und durchaus entscheidenden Stellen nur an der Oberfläche gekratzt (das ist auch gar nicht schlimm, alles andere würde auch einen massiven Recherche-Aufwand bedeutet ). Ich habe mich vor allem mit beiden Fällen aufgrund einer Abschlussarbeit etwas intensiver beschäftigt und möchte hier einige Dinge ergänzen. Mir ist hierbei aufgefallen, dass ihr in beiden Beispielen mit großer Emotionalität agiert habt - das ist angesichts der grauenvollen und verabscheuungswürdigen Verbrechen absolut verständlich, geht hier aber zu Lasten einer detaillierten Aufarbeitung der Fälle. Ich finde es schade, dass ihr weite Teile des Martin Ney-Podcast dem (sicherlich gerechtfertigten) Polizeibashing gewidmet habt und euch ab einem gewissen Punkt beinahe Verschwörungstheorien hingegeben habt. Als Zuhörer ohne Vorwissen hätte man hier den Eindruck gewinnen können, die Fahnder hätten die Fälle über Jahre und Jahrzehnte komplett unter Verschluss gehalten, bis ihnen ein Hobbyermittler die Lösung aufgezwungen hat.Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Der Maskenmann war über lange Jahre der spektakulärste und größte ungelöste Kriminalfall Deutschlands (zusammen mit den "Dönermorden", die sich später im NSU-Komplex auflösten) und der Maskenmann selbst war sicherlich einer der meistgesuchten Mörder der deutschen Kriminalgeschichte, der auch in der breiten Öffentlichkeit stark verhandelt wurde. Und genau hier schließt mein größter Kritikpunkt an: Der Fall des Maskenmannes definiert sich an dieser Stelle eigentlich über die teilweise internationale Suche nach einem Phänomen, die bei euch zur Randnotiz verkommt. Ich glaube es wäre der bessere Aufbau gewesen, wenn ihr (ähnlich wie eure superstarken Folge zum Kreuzworträtselmörder), das Pferd von hinten aufgezäumt hättet. Das wäre vermutlich auch die etwas nüchterne Variante gewesen. Schlussendlich lasst ihr - ähnliche wie beim Fall Peter Kürten - die Medien (bis auf Aktenzeichen XY) total außen vor. Das ist schade, weil sie ganz entscheidend sind. Schlussendlich ist es die Bildzeitung, die den Namen "Maskenmann" prägt und immer wieder das maskierte Phantombild in die Öffentlichkeit speist. Der eigentliche Täter wird in diesem Vorgang total entmenschlicht, zum Monster und alptraumhaften Märchenfigur gemacht. Ähnliches passierte mit Kürten (der Vampir) und auch Fritz Haarmann (der Werwolf) - in diesen historischen Fällen waren es die aufkeimenden Massenmedien, die entscheidenden Einfluss nahmen. Aus diesem Grund gilt Kürten auch als "erster Serienmörder", weil er der erste Mörder war, der in der breiten Öffentlichkeit so beschrieben wurde (wobei das wohl Hand in Hand mit vielen anderen Fälle in der Zwischenkriegszeit geht).

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    1. Teil 2 (bitte entschuldigt etwaige Rechtschreibfehler, ich bin on the road.

      Die finale Ergreifung des Martin Neys ist deutsche Kriminalgeschichte: Die von euch nur kurz genannte Situationskizze, die unter anderem ebenfalls bei Aktenzeichen unters Volk gemischt wurde, diente dabei nur einem Zweck: Der Täter sollte wieder vermenschlicht und normalisiert werden. Die veröffentlichte Skizze zeigten einfach einen Mensch - mit dem Hinweis, dass der dem Täter eventuell gar nicht ähnlich sieht. Der Hinweisgeber (nach dem Konsum von Online-Dokus) spielte an dieser Stelle gar keine so große Rolle. Die Polizei, die an dieser Stelle am Ende ihres Lateins angekommen war, setzte hier alles auf keine Karte und ging auch großes Risiko ein. Das zahlte sich aus. Als das Monster, das sich in den Kindererinnerungen als ebensolches festgesetzt hatte, wieder zum Mensch wurde, löste sich bei einem Zeugen eine Barriere (das ist alles sehr trivial ausgedrückt, sorry) und er erinnerte sich an Martin Ney! Eine beispielhafte Sequenz. Der langen Rede kurzer Sinn: Ich verstehe eure Emotionalität total und sie macht euch sympathisch - speziell bei der Analyse des Falls glaube ich aber, dass es einen großen Mehrwert hätte, wenn sie die Empathie zumindest kurzzeitig zurückschraubt. Speziell wenn ihr dann in Richtung Verschwörungstheorien abdriftet und mit Superlativen um euch schmeisst, schadet das echt ein wenig der Qualität eures tollen Podcast. Bitte versteht das als positiv gemeinte Kritik, ich habe noch keine eurer Folgen verpasst und werde auch in Zukunft Hörer bleiben.

      p.s. Sehr junge pädophile Mörder sind leider nicht die Ausnahme. Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen. Die bekanntesten sind sicherlich Jürgen Bartsch und Erwin Hagedorn, zwei Fälle, denen ihr euch sicherlich auch noch widmet.

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    2. Wow, Watson.
      Vielen Dank für deine umfangreiche Kritik, die wir uns auf jeden Fall zu Herzen nehmen werden, ggf. auch in der nächsten Folge ansprechen werden. Grade bei mir (Chris) persönlich ist es tatsächlich immer eine Gradwanderung. Ich werde tatsächlich recht emotional bei vielen Fällen, da sie mich innerlich aufwühlen oder weil sie mich seit der Kindheit begleiten. Tony ist da vermutlich etwas rationaler und hätte die Diskussion zwischen Dominik und mir vielleicht in die richtige Bahn geworfen, ist dann aber zwischenzeitlich ausgefallen.

      Aber bleib uns treu, denn wie ich deinen Sätzen entnehmen kann, gefallen dir auch einige Folgen von uns richtig gut.

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  2. Mal wieder eine sehr interessante Folge.
    Mir fiel während des Hörens ein, dass es hier im Umkreis auch mal die Vermutung gab, dass der Maskenmann zugeschlagen hat. Kurzes Googeln ergab: 2009 wurde in Rheine ein Junge aus einer Jugendherberge entführt, wurde allerdings vom Entführer wieder laufen gelassen.

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