Sonntag, 8. Januar 2017

#10 Die Rache der Marianne Bachmeier

1981. Es ist der dritte Verhandlungstag im Strafprozess gegen einen vermutlichen Kindermörder, als plötzlich im Gerichtssaal die Mutter des Opfers eine Waffe zieht und mehrere tödliche Schüsse auf den Angeklagten abgibt. Marianne Bachmeier sorgt für den bis heute berühmtesten Fall von Selbstjustiz.

In der Folge entfachte eine gewaltige Diskussion in den Medien und in der Bevölkerung über den Sinn und Unsinn von Selbstjustiz und Rache die uns noch heute beschäftigt. In Episode 10 beschäftigten wir uns sowohl mit dem Fall, als auch mit dem Thema Selbstjustiz an sich.

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1 Kommentar:

  1. Eure Diskussion zur Selbstjustiz fand ich bereichernd. Allerdings habt ihr mE einen wichtigen Punkt aus der Begründung von Frau Bachmeier immer wieder umkreist, seid ihm aber nicht nachgegangen: sie wollte verhindern, daß der bereits zweifellos feststehende Täter in seiner Argumentation eine Täter-Opfer-Umkehr betreiben kann. Wenn ich es richtig verstanden habe, wollte sie, daß er gar nicht erst die Möglichkeit dazu bekommt. Das ist mE eine andere Ausprägung von Selbstjustiz und in ihrem Fall ein spezifischer Beweggrund, der sich aus ihrer Biographie ergibt. Auf mich wirkte das wie ein Mensch, der das, was ihm zugefügt wurde, eh schon nur schwer ertragen konnte. Und nun sieht sie ihre Tochter in genau dieselben Verhängnisse hineingezogen. Noch dazu, wo sie eh schon tot ist.

    Evtl habt ihr das angeschnitten, mir war es zu wenig deutlich herausgearbeitet, da es ja doch einen geschlechtsspezifischen Hintergrund hat, der oft zu wenig beleuchtet wird. Daher fand ich auch euren Vergleich mit dem Vater, dessen Kind mißbraucht wurde, nicht passend.

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